K A T J A    K Ö L L E
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Installationen  |  Installations



[. . .] Katja Kölle ging von großformatigen Bildpartituren aus (‘Durchdringungen’, 1987/1988), denen sie musikalische Strukturen zugrunde legte. Sie entwickelte ein Farbe–Tonsystem (bei dem Quitenzirkel und Farbkreis miteinander verknüpft werden) und schuf mit einer Art Mobiles aus Kreisen, Vierecken und zuweilen bemalten Schallplatten farbig bewegte Räume. Durch die Titel evoziert sie die zugrundliegenden musikalischen –Vorstellungen (‘Konzentrischer Kanon’, 1989). Der reale Klang wurde jedoch immer wichtiger in ihren Arbeiten, zuweilen kombiniert mit anderen Materialien. Mit ‘Licht–Klang–Duft’ (Flensburg 1996) verwandelte sie drei Orte: Projektionen von farbigen Lichtstreifen brachten in den Abendstunden Häuserwände zum Leuchten, an anderer Stelle wurde durch Wasserplätschern ein zugeschütteter Bach im Verkehrsstrom einer Straße wieder hörbar gemacht. In einer Grotte, durch ihre Spiegel einmal Attraktion des englischen Gartens, beschwor sie durch Orangenduft den Zauber vergangener Zeiten. ‘Klangräume’ (1998) umkleidete das Außen und Innen eines teilweise zerstörten Kastells. Lautsprecher fanden dabei Verwendung, aber auch Windspiele [. . .]
Kölle spricht von ‘immateriellen Installationen’. Ihre sanften Verfremdungen schaffen unwirkliche Situationen, die doch ein Stück der Wirklichkeit zum Vorschein bringen.

[. . .] Katja Kölle born in Hamburg, Germany, in 1955, now lives in Viersen in the Rhineland. From 1975 to 1978 she studied painting and visual communication at Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg, from 1978 to 1983 at the Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf, while at the same time studying music at the University of Wuppertal. Katja Kölle started with large-scale visual scores (‘Durchdringungen’/‘Permeation’, 1987/1988), which she based on musical structures. She developed her own colour-sound system (in which cycle of fifths and the chromatic circle are joined) and created, moving colour space by means of a kind of mobile made of circles, rectangles and, at times, painted vinyl disks. The title evokes the underlying musical concepts (‘Concentric Canon’, 1989). Real sound became increasingly important in her work, at times combined with other materials. With ‘Light–Sound–Scent’ (Flensburg 1996) she transformed three locations: projections of coloured strips of light at evening time illuminated the walls of houses, at another location the sound of water lapping rendered a covered brook audible once more in the flow of traffic on a city street. In a grotto, with its mirrors once an attraction of the English Garden, she conjured up with her orange fragrance the magic of times past. ‘Sound Space’ (1998) clothed the outside and inside of a partially destroyed castle. Loudspeakers found artistic use, as did wind chimes suspended in the arrow slits in the castle walls and that not only emitted different sounds as wind strength rose and fell, but also generated different effects on the outside and the inside. [. . .]
Kölle speaks of ‘intangible installations’. Their gentle alienation creates unreal situations that nevertheless manage to manifest a part of reality.


Handbuch der Musik im 20. Jahrhundert, Bd. 12, Klangkunst. Tönende Objekte und klingende Räume, Helga de la Motte–Haber (Hg.), Laaber, 1999



Ortsbezogene Klanginstallationen  |  Site-specific Sound Installations

Katja Kölles Arbeiten sprechen meist mehrere Wahrnehmungsebenen an. [. . .] In den letzten Jahren sind zunehmend ortsbezogene Arbeiten in den Vordergrund getreten. Die klingenden, leuchtenden und manchmal auch von Duft durchzogenen Räume sind eher zurückhaltend, dem Flüchtigen verschrieben. Unmarkierte Räume werden markiert und Orte generiert: Ein kleiner Fahrstuhl wird zum Klangraum für wenige; in einer Bibliothek entsteht ein kleines Klanguniversum für jeweils eine Person (Hörbüchlein); ein auditiver Fries an der Außenwand eines Gebäudes verwandelt den Platz davor in einen Klangraum (3 der 9 Arbeiten aus dem Projekt Klangnetz Schleswig-Holstein 2002).

Markante Orte werden auch verwandelt. In Frozen (Klangkunst Festival Unna 2003), hat Katja Kölle einen Marktplatz durch klingende Glasscheiben, ein großes Feld kleiner leuchtender Kuben und zarten Blütenduft vor allem nachts ins Reich der Poesie versetzt. Orten, die dem Wandel der Zeiten oder radikalen Stadtplanern ausgesetzt waren, erarbeitet sie quasi-archäologisch, topographisch – für begrenzte Zeit – Modelle neuer Identität (Marly oder Die Stadt als Klangkabinett 2004). [. . .]

[. . .] Katja Kölle’s works generally appeal to several sense levels at once. [. . .] In recent years, the main focus has increasingly been on location-related work. The ringing, illuminated and in some cases even scented rooms are rather subdued, leaving transitory impressions. Unmarked space is newly defined and places generated: a small elevator becomes a room of sound for the few; in a library, a sound universe is created for one person at a time (audio book); an auditive frieze on the outer facade of a building transforms the space in front into a place of sound (3 of the 9 works from the project Sound Network Schleswig-Holstein 2002). Distinct locations are also transformed. In Frozen (Klangkunst Festival Unna 2003), Katja Kölle – using tinkling panes of glass, a large area of illuminating cubes and gentle blossom fragrance – turned a market place into a world of poetry, especially at night. Locations that were exposed to the changing hand of time or a spot of radical urban planning, were made, by a kind of archaeological, topographic transformation – and for a limited time – into models of new identity (Marly or Town as sound cabinet 2004). [. . .]

Barbara Barthelmes, Licht, Klang und Duft in: sonambiente berlin 2006. klang kunst. sound art, hg. v. Helga de la Motte-Haber, Matthias Osterwold, Georg Weckwerth, Heidelberg, 2006



Wie ein Hauch 2015
ortsbezogene Klanginstallation für den Pavillon im Schulgarten des Altonaer Volksparks, Hamburg



...der kalte Wind blieb 2014
ortsbezogene Raum-Klang-Installation, Raketenstation Hombroich
(Das Gelände gehörte von 1967 - 1990 zum kontinentalen Nato-Luftverteidigungsgürtel)
PDF/Flyer


Musik sehen 2012
Konzept für eine "Rauminszenierung zwischen Installation, Kunstkammer und Laboratorium", Wettbewerb des Humboldt Lab Dahlem c Ausstellungen im Ethnologischen Museum Berlin


Transmission 2012
Rauminstallation mit 48 Fensterbildern und einer Klangfahrt, Kassel


Hörmal 2012
Ausstellungsplattform an der BAB7


Evibarifono 2009
permanente Klanginstallation für 8 Lautsprecher im Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund
PDF/Programmauszug 2010
Der Evinger Bach in der ortsbezogenen Klanginstallation "Evibarifono", 2013



Passage 1 – 3 2009
Lautsprecherinstallation, Chimes und eine Tanzpartitur im öffentlichen Raum in Braunschweig


Memento Nov 38 2008
Konzept für eine Licht-Klang-Installation für das ungarische Kulturinstitut Collegium Hungaricum Berlin 2008 zum Gedenken an die ‘Reichskristallnacht‘ des 9. November 1938



Starlings 2008
Klanginstallation für 10 Lautsprecher, Kampnagel / Piazza, Hamburg
PDF/Flyer


KLANGGARTEN – KLIRRGARTEN 2006/08
Konzept für einen Klanggarten auf dem Museumsberg Flensburg



Stille Wasser 2007
ein Wassergarten im Museum


Baumlauschen 2007
Konzept für einen klingenden Baum, Landesgartenschau 2008 in Schleswig


Flowerbeds within Sound 2006
Konzept, National Botanic Garden Wales


Passaggio – Staccato 2006
Installation mit Metallfolie, Holzplatten und Lederduft fürr die Akademie der Künste, Berlin


Klang – Delta 2006
Konzept für ein Klangfeld an der Fulda in Kassel


Improvisation 2005
Immaterielle Installation mit Licht, Klang, Nebel, Traumzeit Festival, Duisburg


Nice Quiet Place 2005
Audioinstallation vor dem Stadtmuseum Ratingen


Morgenfrische – Abendkühle 2005
Audioprojektion von Windgeräuschen, Darmstädter Schloss / Marktplatz



Marly oder Die Stadt als Klangkabinett 2004
Installation in drei Klangschichten, Skulpturenmuseum ‘Glaskasten‘ in Marl
PDF/Katalogbeitrag


FROZEN 2003
Installation mit Licht, Klang und Duft, Alter Markt, Unna Alter Markt, Unna
Flyer


Bäder – Wälder – Seen 2003
Installation zum Hören, Riechen und Sehen für Bad Waldsee


Klanghecke 2003
Klanginstallation für vier Lautsprecher, Neuenburg


K L A N G N E T Z Schleswig-Holstein 2002
9 aufeinander bezogene Klanginstallationen im öffentlichen Raum und in öffentlichen Gebäuden
in Flensburg, Schleswig, Husum, Lübeck und Kiel
KLANGNETZ     SOUND NET


Garten der Sinne 2001
Konzept für den Stadtteilpark an der Handelslehranstalt als Ergänzung zur Spiellandschaft, Marienallee, Flensburg


Nachklang 2001
Konzept für ein ortsbezogenes Klangprojekt für den Bismarckturm am Hohen Busch in Viersen, im Rahmen von Euroga 2000+


Eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit 2000
Installationen mit Licht-Klang-Duft und einer Wasserbar in der St. Petrikirche in Flensburg


Klankruimtes – Klangräume 1998
3 Klangetagen im Kasteel de Keverberg te Kessel
PDF/Faltblatt


3 Klangkonzepte 1997
für Installationen im öffentlichen Raum in Millstatt


musique d‘amuséement 1997
7 versteckte Klanginstallationen für 7 klingende Sammlungsräume der beiden Museen des Flensburger Museumsbergs



Licht – Klang – Duft 1996
Immaterielle Installationen im öffentlichen Raum Flensburgs
PDF/Faltblatt


Befriedet 1995
Audioinstallation für den Außenraum der Mindener Festung ‘Fort C’


...besetzt... 1992
Audioinstallation beim Informationsbord der Fachhochschule Wiesbaden




Klanginstallationen & Kompositionen   |  Sound installations & Compositions


Horchen und durstiges Ohr 2013
Raum-Klang-Installation nach einer Ode von F.G. Klopstock


Peated Sounds 2013
Raum-Klang-Installation, Klangkomposition/Field recordings, Foto-Notation, rauchige Whiskeys, Torf und Gedichte von W.B.Yeats


White Noises 2011 - 2013
Weißes Rauschen, Audioinstallation und -performance


Yessss 2012
Audioinstallation für 2 Lautsprecher


...grolle nicht 2012
Audioinstallation, bearbeitete Liedfragmente von Heine/Schumann, Bariton: Stefan Habisch



Fragment Sounds 2007
Installation mit blinden Fensterscheiben, 4 Bildkästen,4 Klangkompositionen für 4 Kopfhörerpaare, Napfschneckengehäusen, Windgeräuschen für 4 Bodenlautsprecher, Federn


Spitting 2005
Audio-Installation, 4 Audio-CDs, 16 Minikopfhörer


Irrlichte – Irrklänge 2005
Immaterielle Installation mit Licht, Klang und Nebel


Klanghecke 2003
elektroakustische Klangkomposition für vier Lautsprecher, Neuenburg


Klangspaziergang durch Flensburg 2002
variable Klangkomposition, Audioinstallation zum Roman ’Heute schön, morgen tot’ von Martina Bick

GLAS 2001
Klangkomposition, Audioinstallation



Licht & Projektion  |  Light & Projection


Roses for WBY 2015
10:10 min, Text: To the Rose upon a Rood of Time
Video-Installation zum 150. Geburtstag von William Butler Yeats



Schadows Erben 2012
Detail: Schattenspiel mit Schlüsseln, Düsseldorf


Spring 2008
Video-Audio-Installation, Essen


Fragment Drawings - Fragment Sounds 2007
Detail: Inszenierung/Manipulation des Lichteinfalls durch die Fensterscheiben, Viersen



Improvisation 2005
Immaterielle Installation mit Licht, Klang, Nebel


Riverrun V. 2005
Licht-Installation


Riverrun X. 2005
Video-Audio-Installation
(elektroakustisch vertontes Video vom Cong-River)


Reels & Jigs 2005
rhythmisierte Lichtbildserien, Projektor, Brodhrán


Irrlichte – Irrklänge 2005
Immaterielle Installation mit Licht, Klang und Nebel


FROZEN - Installation mit Licht, Klang und Duft 2003
Alter Markt, Unna
Leuchtfeld Lichtinstallation


Eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit 2000
Installationen mit Licht-Klang-Duft und einer Wasserbar in der St. Petrikirche in Flensburg


Klankruimtes - Klangräume 1998
Licht-Klang-Duft Installation in der mittleren Ebene im Kasteel de Keverberg te Kessel


Licht-Klang-Duft 1996
Installationen im öffentlichen Raum Flensburgs
Lichtinstallation (Radiarungen) in der St.-Jürgen-Straße


Reflexionen 1992
Lichtinstallation, Radiarung, Diaprojektor, 2 Plexiglasstäbe


Reflexionen 1992
Projektion, Fachhochschule Wiesbaden


Radiarungen 1992/1996
Diapositive, radierte Streifen, gefärbt, geschichtet




Olfaktorische Wahrnehmung  |  Olfactory Sense



Duftinstallationen  |  Installations with Scent


Peated Sounds 2013
Raum-Klang-Installation, Klangkomposition/Field recordings, rauchige Whiskeys, Torf u.a.



Ecke 2010
Duft-Raum-Installation, Schwarzer Tee


odor albus 2006
Duftachsen: weiße Rosenköpfe und Rosenblütenblätter und Schalen mit 3 Rosendüften


Passaggio – Staccato 2006
Installation mit Metallfolie, Holzplatten und Lederduft für die Akademie der Künste, Berlin


Improvisation 2005
Immaterielle Installation mit Licht, Klang, Nebel, Traumzeit Festival, Duisburg


Marly oder Die Stadt als Klangkabinett 2004
Installation zum Hören, Sehen, Tasten, Riechen und Schmecken für das Skulpturenmuseum ‘Glaskasten‘ in Marl


Bäder – Wälder – Seen 2003
Installation zum Hören, Riechen und Sehen für Bad Waldsee


Eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit 2000
Installationen mit Licht-Klang-Duft und einer Wasserbar in der St. Petrikirche in Flensburg


Klankruimtes – Klangräume 1998
Licht-Klang-Duft Installation in der mittleren Ebene im Kasteel de Keverberg te Kessel


Licht – Klang – Duft 1996
Immaterielle Installationen im öffentlichen Raum Flensburgs


Il Campo 1994
Duft-Raum-Installation, Lavendelblüten, Rosmarinblätter, getrocknetes Gras
Gemeinschaftsarbeit mit Nina Gerhards



Frühe Arbeiten | Early Works

Geruchsbilder  |  Smell Pictures


Gewürzbild mit grünen Kräutern 1978
grüne Kräuter auf Papier/Holz, 22,7 x 29,2 cm


Gewürzbild mit Curry 1978
Curry, Paprika, weißer und schwarzer Pfeffer auf Papier/Holz, 22,7 x 29,2 cm


Gewürzbild mit Teeblättern 1978
verschiedene Teesorten auf Papier/Holz, 22,7 x 29,2 cm


Gewürzbild mit Heilteeblättern 1978
Kamille, Eibisch, Malve, Huflattich auf Papier/Holz, 22,7 x 29,2 cm