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Farbige Notation  |  Colour Notation


[. . .] Die interdisziplinär arbeitende Künstlerin Katja Kölle befaßt sich mit Malerei, Komposition, Klang und Raum. Sie verfügt über eine ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit und reflektiert in ihren Arbeiten konzeptuelle Möglichkeiten einer systematischen Visualisierung von musikalischen Strukturen. In ihren Partiturbildern von 1979 – 1982 werden Musikstücke nicht imitiert oder bildnerisch gedeutet, sondern auf ihre unterschiedlichen Parameter hin analysiert. [. . .]
Seit 1983 entwickelt die Künstlerin ausschließlich Werke nach eigenen Kompositionsprinzipien, die sowohl den bildnerischen als auch den musikalischen Bereich umfassen. [. . .]
Die strenge Verknüpfung ihres Farbkreises mit dem Quintenzirkel ist ein Axiom der hoch ausdifferenzierten und eigenständigen Notationsformen. Die Farbnotationen von Katja Kölle sind polyfunktional: Die Farbe kann einerseits als autonom interpretiert werden, andererseits auch als Funktionsträger für bestimmte musikalische Inhalte gelten. Jedem Ton ist außer einer Farbe auch eine bestimmte geometrische Form zugeordnet, z.B. ein Quadrat. Eine Veränderung der quadratischen Form, z.B. deren Halbierung oder Verdopplung, versinnbildlicht die Veränderung der Tondauern, Beschleunigung oder Verlangsamung. Unterschiedliche Dunkelstufen verdeutlichen Oktavlagen der Töne, große und kleine Flächen die dynamischen Grade. Durch solche Bewegungselemente wird ein imaginärer musikalischer Raum gestaltet.
Sich stetig verändernde dreidimensionale Notationsformen zeigen die mehrteiligen Arbeiten der Werkgruppe ‘Mobile Musik’. 1989 – 1992. Beidseitig bemalte frei hängende Schallplatten treten zueinander in Beziehung oder werden je nach Standpunkt des Betrachters in einen Zusammenhang gebracht. In Katja Kölles ‘Klangsäulen’ umkleiden die Farb–Töne die hoch aufragenden Zylinder in Kombinationen, Richtungen und Proportionen. Pastoser Farbauftrag wechselt hier mit glatten Flächen, wodurch die Rauhigkeit von Tönen zum Ausdruck kommt. Installierte Lautsprecher in den Säulen bringen diese und den jeweiligen Raum zum Klingen. [. . .]


[. . .] The interdisciplinary work of Katja Kölle covers painting, composition, sound and space. The artist has a pronounced perceptual ability and in her works reflects various conceptual possibilities for a systematic visualisation of musical structures. In her music score images of 1979 - 1982, pieces of music are not imitated or interpreted visually, but rather analysed from the point of view of their different parameters. [. . .]
Since 1983, the artist has been developing exclusively works according to her own composition principles, which cover both visual and the musical fields. [. . .]
The rigorous conjunction of her chromatic circle and the cycle of fifths in music is an axiom for her highly differentiated and autonomous notation form. Katja Kölle’s Colour Notations are polyfunctional: the colour can on the one hand be interpreted as something autonomous; on the other side also as an element communicating the function of certain musical content. Every note is, besides being a colour, also assigned a certain geometric form, e.g. a square. A change to the square form, for example it being halved or doubled, represents the corresponding change in duration of the note, acceleration or slowdown. Different dark shades represent octave ranges of the notes, large and small surfaces the dynamic Grade. These movement elements allow an imaginary musical space to be created.
Constantly changing three-dimensional notation forms present the multi-part work of the group ‘Mobile Music’. 1989 – 1992. Vinyl disks hanging freely and painted on both sides move in rhythm to each other or are formed into a context depending in the position of the viewer. In Katja Kölle’s ‘Sound Columns’, the colour notes enrobe the high towering cylinders in combinations, directions and proportions. Paste-like colouring is here interchanged with smooth surfaces, which gives expression to the roughness of sound tones. Installed loudspeakers in the columns make these and the surrounding space resonate with colour. [. . .]


Aus: Schleswig–Holsteinisches Künstlerlexikon des 20. Jahrhunders, Bd. I, Gabriele Bremer (Hg.) Egelsbach 1997



Farb-Klänge  |  Colour Sounds



FARB-TÖNE-SEHEN-HÖREN-SCHMECKEN 2014
Gemüsepasten, Glasschalen, Lautsprecher, Tischdecke, Tisch


Farb-Töne 2010
Acrylfarbe auf Papier, 30 x 30 cm, 25 Blätter


Farb-Klänge 1994 – 2007
Acrylfarbe auf Vinyl, Ø 30 cm, ca. 150 Objekte

Farb-Klänge 2005
Acrylfarbe auf Papier, 25,4 x 25,4 cm, 19 Blätter

Farb-Klänge1995
Acrylfarbe auf Papier, 56 x 42 cm, 17 Blätter

Farb-Klänge 1995
Acrylfarbe auf Papier, 40 x 30 cm, 12 Blätter



Schleifen  |  Loops


Klangschleife 1995
8-fach, Ölfarbe auf Filz, 276 x 276 cm

Klangschleife 1995
6-fach, Ölfarbe auf Filz, 238 x 172,5 cm

Klangschleife 1995
4-fach, Ölfarbe auf Filz 230 x 200 cm

Klangschleife 1994
6-fach, Ölfarbe auf Filz, 204 x 300 cm

Klangschleife 1994
4-fach, Ölfarbe auf Filz, 238 x 198 cm

Klangschleife 1994
3-fach, Ölfarbe auf Filz 195 x 190 cm



Linien  |  Lines


Farb-Ton-Verschiebung 1994
Acrylfarbe auf Sisal, 3 Seile, je 12 mm x 600 cm, installiert: 55 mm x 600 cm

Klangschnecke V. 1994
Ölfarbe auf feinem Tau, 13 mm Ø 74 cm

Klangschnecke IV. 1994
Ölfarbe auf Tau, 20 mm Ø 60 cm

Klangschnecke III. 1994
Ölfarbe auf Tau, 20 cm Ø 66 cm

Klangschnecke auf Filz 1993
Ölfarbe auf Filz, Ø 230

Klangschnecke II. 1993
Ölfarbe auf Tau, 20 mm Ø 53 cm

Klangschnecke I. 1993
Ölfarbe auf Tau, 20 mm Ø 58 cm

Staccatomelodie - dreifach versetzt 1993
Ölfarbe auf Sisal, 3 Seile, je 6 mm, 333 cm, versetzt installiert: 30 mm x 377 cm



Klangsäulen  |  Sound Columns





Klangsäule V. 1993
Ölfarbe auf Karton, 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher

Klangsäule VI. 1992
Ölfarbe auf Karton, 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher

Klangsäule III. 1992
Ölfarbe auf Karton, 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher

Klangsäule II. 1991
Ölfarbe auf Karton, 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher

Säulenduo II. 1991
Ölfarbe auf Karton, 2 Säulen, je 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher

Säulentrio II. 1991
Ölfarbe auf Karton, 3 Säulen, je 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher

Säulentrio I. 1991
Ölfarbe auf Karton, 3 Säulen, je 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher

Säulenduo I. 1991
Ölfarbe auf Karton, 2 Säulen, je 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher

Klangsäule I. 1991
Ölfarbe auf Karton, 250 cm x 20 cm Ø, Lautsprecher



Mobile Musik  |  Mobile Music





Mobile Musik VIII. 1993
Acrylfarbe auf Schallplatten, 30 cm Ø, Formation mit 7 Schallplatten, 240 cm x 30 cm Ø

Mobile Musik VII. 1993
Acrylfarbe auf Schallplatten, 30 cm Ø, Formation mit 6 Schallplatten, 230 cm x 30 cm Ø

Mobile Musik VI. 1993
Acrylfarbe auf Schallplatten, 30 cm Ø, Formation mit 8 Schallplatten, 275 cm x 30 cm Ø

Mobile Musik V. 1993
Acrylfarbe auf Schallplatten, 30 cm Ø, Formation mit 6 Schallplatten, 230 cm x 30 cm Ø

Mobile Musik IV. 1990
Acrylfarbe auf Schallplatten, 30 cm Ø, Formation mit 9 Schallplatten, ca. 110 x 309 cm Ø

Mobile Musik III. 1990
Acrylfarbe auf Schallplatten, 30 cm Ø, Formation mit 24 Schallplatten, 220 x 100 x 100 cm

Mobile Musik II. 1990
Acrylfarbe auf Schallplatten, 30 cm Ø, Formation mit 24 Schallplatten, 220 x 110 cm Ø
Mobiles Gedicht und Lied von Diether de la Motte

Mobile Musik I. 1989
Acrylfarbe auf Schallplatten, 30 cm Ø, Formation mit 18 Schallplatten, 220 x 270 x 170 cm



Farb-Klang-Raum  |  Colour-sound space


Farb-Klang-Container 1989
Konzept für einen Farb-Klang-Raum, Modell, Acrylfarbe auf Karton



Geometrische Grundformen  |  Geometrical shapes




Dreiecksformation 1990
Acrylfarbe auf gleichseitigen Holzdreiecken, Seitenlänge 46 cm
36 Dreiecke bilden zusammengesetzt ein gleichseitiges Dreieck, Seitenlänge 276 cm

Konzentrische Komposition II. 1989
Acrylfarbe auf Filz, Ø 200 cm

Konzentrischer Kanon II. 1989
Acrylfarbe auf Filz, Ø 200 cm

Dreiecksbeziehungen 1989
Ölfarbe auf gleichseitigen Holzdreiecken, Seitenlänge 46 cm
21 Dreiecke bilden zusammengesetzt ein gleichseitiges Dreieck, Seitenlänge 276 cm

Figurationen für vier Frauen 1988/89
sechsfarbiger Polystyroldruck auf Papier, 48 x 34,5 cm




Konzentrischer Kanon I. 1988
Acrylfarbe auf Filz, Ø 200 cm

Konzentrische Komposition I., 2. Fassung 1988
Acrylfarbe auf Filz, Ø 200 cm

Proportionen 1988
Acrylfarbe auf Nessel, 2 Tafeln zu je 90 cm x 70 cm

Solo für vier hoch n 1987/88
vierfarbiger Polystyroldruck auf Papier, 26,5 x 20,8 cm

Durchdringungen 1987/88
Acrylfarbe auf Leinwand, 180 x 340 cm

Konzentrische Komposition I. 1986
Acrylfarbe auf Verbundbelag, Ø 200 cm



Bildnerische Kompositionen  |  Visual compositions


Komposition im Tritonusabstand mit Interruptionen 1989
Acrylfarbe auf Hartfaserplatte, 20-120 x 150-25 cm

Polymetrische Reihenkomposition, 2. Fassung 1987
Acrylfarbe auf weiß grundiertem Teppichgewebe, 210 x 140 cm

Polymetrische Reihenkomposition 1984
Acrylfarbe auf weiß grundiertem Nessel, 90 x 120 cm

Polymetrische Komposition mit 4 Elementen 1984
Acrylfarbe auf weiß grundiertem Nessel, 120 x 160 cm

Horizontal-diagonal Komposition 1984
Acrylfarbe auf weiß grundiertem Nessel, 140 x 140 cm (4 Tafeln zu je 70 x 70 cm)

Zwölf Etüden (2. Fassung auf Papier) 1983
Pastell auf schwarzem Ingrainpapier, 12 Blätter zu je 50 x 35 cm

Zwölf Etüden 1983
Acrylfarbe auf farbig grundiertem Nessel, 12 Tafeln zu je 60 x 45 cm

Diagonal-vertikal Komposition 1983
Acrylfarbe auf schwarz grundiertem Nessel, 90 x 120 cm




Komposition im Tritonusabstand 1983
Acrylfarbe auf schwarz grundiertem Nessel, 150 x 190 cm



Transkriptionen & Partiturbilder | Transcriptions & Score images



Farbkreis & Quintenzirkel | Chromatic circle & Cycle of fifths



Chopin, Etude in C dur, Nr. 1, op. 10 (Basslinie) 1983
Acrylfarbe auf Nessel gesprüht, 150 x 190 cm

Chopin, Regentropfen-Prélude 1983
Pastell auf schwarzem Ingrainpapier, 70 x 50 cm

Chopin, Etude Nr. 1, op. 25 1983
Pastell auf schwarzem Ingrainpapier
4 Blätter zu je 70 x 50 cm

J. S. Bach, Invention 15 1982
Pastell auf schwarzem Ingrainpapier
2 Blätter zu je 70 x 50 cm

J. S. Bach, Invention 3 1982
Pastell auf schwarzem Ingrainpapier
2 Blätter zu je 70 x 50 cm

J. S. Bach, Invention 2 1982
Pastell auf schwarzem Ingrainpapier
2 Blätter zu je 70 x 50 cm

J. S. Bach, Invention 1 1982
Pastell auf schwarzem Ingrainpapier
2 Blätter zu je 70 x 50 cm

Wagner, ‘Götterdämmerung’, Takt 1-27 des Nornenvorspiels 1982
Sprühlack auf Nessel,150 x 570 cm (3 Tafeln zu je 150 x 190 cm), Fragment

Stravinsky, ‘Petruschka’, Taktziffer 7-11 2. Fassung 1982
Acrylfarbe auf Nessel, 150 x 190 cm




Stravinsky, ‘Petruschka’, Taktziffer 7-111982
Acrylfarbe auf Nessel, 150 x 190 cm



Unterschiedliche Farbe-Ton-Zuordnungen | Different colour-sound assignments


Wagner, ‘Parsifal’, die letzten fünf Takte des 1. Aufzugs 1981
Ölfarbe Terpentin, Pigment auf Leinwand, 160 cm x 240 cm

Schönberg, ‘Klavierstück Nr. 6’, op. 19, 2. Fassung 1981
Aquarellfarbe auf Nessel, 160 x 120 cm

Schönberg, ‘Klavierstück Nr. 6’, op. 19 1981
Ölfarbe auf Nessel, 160 x 120 cm

4. Versuch zu einem Minuetto von Kirnberger 1980
Ölfarbe auf Nessel eine Bildtafel, 50 x 100 cm

3. Versuch zu einem Minuetto von Kirnberger 1980
Pigment/Harz auf Spanplatte, 2 Bildtafeln zu je 50 x 100 cm

2. Versuch zu einem Minuetto von Kirnberger 1980
Ölfarbe auf Nessel, 2 Bildtafeln zu je 50 x 100 cm

1. Versuch zu einem Minuetto von Kirnberger 1980
Ölfarbe auf Nessel, 2 Bildtafeln zu je 50 x 100 cm



Frühe Arbeiten | Early works


Synästhetische Gedächtnisbilder | Synaesthesia memory images


4 Aquarelle zu Mozarts ‘Jupitersinfonie’ 1979
Aquarellfarbe auf Papier, 29 cm x 39 cm

6 Aquarelle zu Mahlers 5. Sinfonie 1979
Aquarellfarbe auf Papier, 29 x 39 cm

2. Versuch zu ‘Siegfried’ 1979
Gouache-, Aquarell- und Anglerfarbe auf Papier, 29 x 39 cm

1. Versuch zu ‘Siegfried’ 1979
Gouache- und Aquarellfarbe auf Papier, 29 x 39 cm